Gründung

Mein Leben drehte sich um mich selbst und meine Familie. Ich hatte eine Ausbildung zur Bürokauffrau abgeschlossen, war verheiratet und hatte zwei Kinder. Immer wieder stellte ich mir die Frage: Ist das alles? Morgens aufstehen, zur Arbeit gehen, abends nach Hause kommen, kochen, die Kinder ins Bett bringen, fernsehen und dann schlafen gehen. Jeden Tag dasselbe. Ich fragte mich immer wieder: Was ist der Sinn des Lebens?

Im Mai 1997 habe ich mich bei einer großen Konferenz in Stuttgart, zu der mich mein Bruder Alexander eingeladen hatte, bekehrt. Dort begegnete ich Jesus und seiner Liebe während einer Predigt. Mir wurde klar, dass er mich all die Jahre geliebt hatte, so wie ich war. Er kannte mich mit all meinen Fehlern und Sünden, dennoch liebte er mich und hatte die ganzen Jahre auf mich gewartet. Nach dem Gebet wusste ich, dass mir meine Sünden vergeben waren, und ich spürte ein tiefes inneres Verlangen, Gott zu dienen.

Nach meiner Bekehrung betete ich stets darum, dass Gott mich in seinem Reich einsetzt. Ich wusste nicht genau wie, aber es war mein innigster Wunsch, von Gott gebraucht zu werden. Ich verspürte nie den Ruf, eine Gemeinde zu gründen, aber ich hatte das Verlangen, geretteten und unglücklichen Menschen zu helfen. Zusammen mit meiner Schwägerin begann ich damit, jeden Tag für die Menschen zu beten und ihnen von Jesus zu erzählen. Ich dachte zu dieser Zeit nicht daran, eine Gemeinde zu gründen.

Wir begannen damit, Menschen in Wohnheimen zu besuchen und luden sie zu uns nach Hause ein. Nach etwa einem Jahr hatten einige Menschen zu Jesus gefunden. Allerdings erkannten wir, dass es für die Menschen schwierig war, zu uns nach Hause zu kommen. So entschieden wir uns, mit Sonntagsgottesdiensten zu beginnen. In dieser Zeit wurde mir bewusst, dass Jesus seine Gemeinde baut- und nicht ich als Mensch. Ich sagte Jesus zu und erklärte ihm, dass ich ihm folgen werde, wenn er vorangeht.

Die ersten Jahre waren aufregend und turbulent. Niemand wird als Pastor geboren, und ich wartete lange darauf, dass Gott uns einen Mann sendet. Leider kam niemand, und so wuchs ich nach und nach in meine Berufung hinein. Wir erlebten über die Jahre hinweg viel Gnade und viele Wunder, was bis heute anhält.

Im Rückblick kann ich bezeugen, dass Jesus die Gemeinde aufgebaut hat. Er fügte Menschen zur Gemeinde hinzu. Im Verlauf dieser Jahre bekamen wir viele treue und engagierte Mitarbeiter dazu. Wir konnten vielen Menschen dienen und ihnen von Jesus erzählen. In unserer Gemeinde gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Dienste, da Gott die Gemeinde mit verschieden begabten Menschen gesegnet hat. Gemeinsam als Leib Christi, als Gottes Familie, haben wir viel erlebt und durchgestanden, auch schwierige Zeiten.

Mir ist es heute wichtig, dass wir als Erwachsene und geistliche Leiter unser Wissen und unsere Erfahrungen an die nächste Generation weitergeben. Ich lege großen Wert darauf, dass wir trotz unserer langjährigen Erfahrungen immer auf Jesus blicken und seinen Weg gehen. Es ist von Bedeutung, dass wir erkennen, dass er die Gemeinde aufbaut. Mir liegt daran, dass wir als Gemeinde Gott und die Liebe zu ihm an erste Stelle setzen und dass wir jeden Tag lernen, die Menschen zu lieben und in ihnen zu wachsen.